Mittelgeschoss

Ausstellungsraum mit Datterich-Exponaten

Niebergall und Datterich

Im Stockwerk darüber begegnen wir dem Mundartdichter Ernst Elias Niebergall (1815-1843) und seiner 1841 erschienenen Lokalposse „Der Datterich“. Das Stück ging hundertfach in Darmstadt aber auch in Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Leipzig, Breslau und in vielen anderen Städten über die Bühne, es hat bis heute nichts von seiner Frische eingebüßt.

Berlin erlebte zum 100. Geburtstag von Ernst Elias Niebergall am 18. Februar 1915 eine Festaufführung des Datterich. Der berühmte Theaterkritiker Alfred Kerr schrieb darüber:
Datterich ist ein Nepper und ein Nassauer, doch mit seinem Seelenklang leuchtender und beglückender als die Welt ringsum. Die Ordentlichgebliebenen sehnen sich nach seiner beflügelnden Frechheit. Als Verkommenheitsengel schwebt er über dem Dunst. Und wenn er auf Anderer Kosten säuft …, so erscheint er doch wie der bessere Teil dieses Erdenwallens.


Emil Preetorius (18. Buch der Ernst-Ludwig-Presse, gedruckt im Insel-Verlag, Leipzig 1913).

Datterich simuliert vor Schuster Bengler, der von ihm seine Außenstände eintreiben will, den Schwerkranken und nötigt ihn so zum Rückzug.


Hermann Pfeiffer (Der Datterich. Herausgegeben von der Gesellschaft Hessischer Bücherfreunde und gedruckt im Hohmann-Verlag, Darmstadt 1930).

Datterich bittet in seiner Stammkneipe Schmidt zu sich an den Tisch und beeindruckt ihn mit einer seiner notorischen Räuberpistolen.


Hartmuth Pfeil (Roether-Verlag, Darmstadt 1933).

Datterich kehrt vom Besuch eines Traisaer Wirtsgartens mit seinen Skat- und Saufbrüdern nach
Darmstadt zurück.


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